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Die Magd und ihre Kleidung

Die Magd im Mittelalter

Die mittelalterliche Magd ist das weibliche Pendant zum Knecht. Je nachdem, wo die Magd hauptsächlich ihre Arbeit verrichtete, zählt sie entweder zum Haus- oder zum Hofgesinde. Außerdem kann eine Magd vielen Ständen dienen und dementsprechend vielseitig ist auch die Kleidung, denn eine Magd in einem adligen Hause war natürlich anders gekleidet als die Magd eines Bauern. Wie bei fast allem lässt sich also sagen: Die eine Magd gibt es nicht.


Die Magd als bäuerliches Gesinde

Die bäuerliche Magd ist meist noch sehr jung, wenn sie erstmals ihren Dienst auf einem Hof antritt; in der Regel 12 Jahre oder jünger. Untergeben ist sie dem Bauern oder der Bäuerin, je nachdem, wo ihre Aufgaben liegen. Sie verrichtet in der Regel niedere, grobe Dienste, entzündet und hütet das Feuer, putzt, kocht und bedient. Sie können aber auch für das Vieh eingesetzt werden, etwa zum Melken oder Füttern.



Die Kleidung der Magd

In den meisten Fällen trägt die Magd Kleidung, die eher praktisch ist, damit sie bei der Arbeit nicht stört. Die Hauptbestandteile der Kleidung waren daher weite Kleider aus Wolle, die mit einem Gürtel gehalten wurden, darunter gegebenenfalls ein Unterkleid aus Leinen. Auch eine Kombination aus Bluse und Rock ist denkbar. Darüber trug die Magd bei der Arbeit bisweilen eine Schürze.

Auf dem Kopf trug die Magd eine Haube oder eine Kappe. Als sehr sittsam galt der Wimpel, ein rechteckiges Tuch, das um den Kopf geschlungen wurde und die Haare ganz verdeckte. Zudem sieht man in historischen Darstellungen oft auch weiße Schleier, die locker aufliegen oder um den Hals geschlungen werden.

An den Füßen trugen Mägde Schuhe aus weichem Leder oder aus Holz geschnitzte Schuhe.

Die Kleidung einer Magd aus höheren Ständen könnte allerdings anders aussehen. Zum Beispiel wäre es möglich, dass eine Magd die abgelegte Kleidung ihrer Herrin trug.


Farben der Stoffe

Das Färben der Kleider war zu dieser Zeit aufwendig und teuer, daher wurden farbige Gewänder eher von adeligen Frauen getragen. Die Kleidungsstücke der Magd sind in den meisten Fällen grau, braun oder eben naturbelassen.

Man hört immer wieder, dass die Farbe Gelb im Mittelalter nur von Freudenmädchen getragen wurde. Das lässt sich pauschal jedoch nicht sagen, weil

- es regional große Unterschiede gab. Mal war es gelb, mal grün, mal rot.

- es sich dabei nicht um das ganze Gewand handelte, sondern um gelbe Accessoires, welche Frauen dieses Gewerbes kennzeichneten, zum Beispiel aufgenähte Bänder.

- es stark auf die Zeit ankommt, in welcher Ihr Euch bewegt, denn von Beginn bis zum Ende der mittelalterlichen Epoche vergehen circa 1000 Jahre. Die meisten Hinweise auf eine gelbe Kennzeichnung lassen sich auf das Spätmittelalter datieren.